Das Herrenhaus

Das Herrenhaus

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Zwischengefühl

Ich bin müde, aber hellwach. Mein Kopf will alle möglichen Dinge tun, mein Körper möchte das genaue Gegenteil. Dieses Gefühl hab ich in den letzten Wochen oft verspürt. Vielleicht liegt es am Wetter. Es liegt ja immer am Wetter. Auf die Frage “Wie geht es dir?” antworten viele Menschen in meinem Umfeld mit “Ja, eigentlich ganz gut.”, aber nicht ohne nach ein paar Sekunden hinzuzufügen, dass ihnen das Wetter total auf den Keks geht. Ob brüllende Hitze oder arktische Minusgrade; es ist vollkommen egal.

Sowieso ist heute alles egal. Das Wetter wurde in der letzten Zeit immer mehr zum Stimmungsbarometer meiner selbst. Allerdings genau andersherum als man denken mag. Ich mag die Kälte. Vor allem ist sie nicht so erzwungen wie die Wärme. Sobald es warm wird, werden alle Menschen immer so aggressiv-fröhlich. Man kann nichts dagegen tun, außer man schließt sich Zuhause ein. Aber dann gilt man ja gleich wieder als Sommermuffel, weil man nicht mit an den See oder in den Park will. Zum Glück ist mir das manchmal total egal. Ein bisschen soziale Kälte kann nämlich ab und zu auch ganz nett sein.

Und ja, eigentlich geht es mir ganz gut. Nur das Wetter, das passt mir gerade gar nicht.

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Handgepäck

Er ist DAS Gerät meiner Kindheit und bescherte mir damals viele schlaflose Nächte. Es war die Zeit, wo man den Eltern die Batterien aus der Fernbedienung stibitzte, um endlich seinen Highscore bei Tetris zu knacken. Langweilige Autofahrten, Verwandtenbesuche oder Sommerurlaube waren plötzlich die perfekte Gelegenheit, um endlich mal in Ruhe zu zocken.

Und heute? Der GameBoy Classic ist inzwischen 22 Jahre alt. Genau wie ich. Doch wahrscheinlich hat er schon weitaus mehr durchgemacht in seinem Leben. Und der Begriff “Handheld” ist wahrlich bezeichnend für den Umbruch, den der kleine, graue Kasten damals bewirkte.

Videospiele wurden straßentauglich. Vermehrt sah man die Leute im Bus, auf der Parkbank oder im Café auf das kleine Gerät starren. Aber warum? Bis zur Erscheinung des GameBoy Classic wurde hauptsächlich im heimischen Wohnzimmer an der Konsole oder vor dem Homecomputer gedaddelt. Doch nun trieb es die Leute auf die Straße. Man tauschte seinen Computer- oder Fernsehbildschirm gegen das kleine zwei Zoll Display. Aus dem einfachen Grund, dass man nun auch unterwegs spielen konnte. Das ging zwar auch vorher schon mit der ebenfalls von Nintendo geschaffenen Reihe “Games & Watch”, aber war bei weitem nicht so großartig.

Bis heute macht es mir richtig Spaß es sich mit einem meiner Handhelden irgendwo gemütlich zu machen und heimlich die Leute zu beobachten, die einen wiederum ungläubig anstarren. Tetris, Pokémon, Zelda und Super Mario werden bis heute regelmäßig ausgepackt und sollten auch in keinem vernünftigen Haushalt fehlen. Nur leider spiele ich viel zu selten. Entweder ist man auf der Arbeit, bei Freunden, im Internet oder fernsehschlafend auf dem Sofa. Da bleibt einfach kaum noch Zeit. Doch vielleicht sollte ich mir diese einfach mal wieder nehmen.

Bis heute ist Tetris das meistverkaufte Computerspiel aller Zeiten. Grund genug, dass ich heute Abend den Fernseher und das MacBook mal auslasse. Vielleicht schaffe ich es ja noch die große Rakete zu starten.